Historie
Die geschichte eines Menschen wird nicht allein durch seine Herkunft bestimmt, sondern durch seinen Mut, seinen Willen und die Entscheidungen, die er auf seinem Weg trifft
Diese persönliche Historie erzählt den außergewöhnlichen Lebensweg von Reinhold A. Barlian, der als Flüchtling aus Serbien nach Deutschland kam – geprägt von Unsicherheit, Herausforderungen und einem Neuanfang in einer fremden Welt.
Mit unermüdlichem Einsatz, klaren Zielen und dem festen Glauben an seine Fähigkeiten gelang es ihm, sich Schritt für Schritt eine neue Existenz aufzubauen. Aus bescheidenen Anfängen entwickelte sich eine bemerkenswerte Erfolgsgeschichte: die Gründung eigener Unternehmen, unternehmerischer Erfolg und die Anerkennung als engagierter Geschäftsmann.
Sein Werdegang steht beispielhaft für Entschlossenheit, Durchhaltevermögen und die Kraft, Hindernisse in Chancen zu verwandeln. Diese Historie gibt Einblicke in einen Lebensweg, der zeigt, wie aus schwierigen Umständen eine inspirierende Zukunft entstehen kann.
2025
75 Jahre Unternehmertum von Reinhold A. Barlian
2017
Reinhold A. Barlian feiert seinen 75. Geburtstag.
2005-2016
Der Wandel – Weg von der BARTEC hin zur ARBA
Die Neustrukturierung der BARTEC endet im Jahr 2003. Reinhold A. Barlian und die Allianzgruppe führen danach die BARTEC in noch größeres Wachstum. Reinhold bleibt bis 2005 im Vorstandsvorsitz und erarbeitet eine Nachfolgelregelung. Sein Sohn Frank und er verbleiben bis 2008 an der Seite der Allianz im Aufsichtsrat. Für Reinhold waren die über 30 Jahre BARTEC-Erfolgsgeschichte.
Gemeinsam starten Vater und Sohn dann unter dem Namen „Barlian Management Consulting“ – kurz BMC GmbH – eine neue Industrie-Gruppe mit Sitz in Würzburg. Darin werden alle Familienunternehmen, die nicht „Explosionsschutz“ betreiben, verwaltet und gemanagt.
Vision im Blick – Schaffung einer neuen Marke
Nach weiteren Zukäufen der Familie Barlian wird ein Neuaufbau für einen großen Teil der BMC-Beteiligungen ins Auge gefasst. Es entsteht aus der Schwarte-Gruppe mit Zuerwerben die ARBAprocessing-Gruppe.
Die ARBAprocessing vereint verschiedene Marken unter einem europäischen Dach. ARBA steht dabei für Anton Reinhold Barlian. Und ganz im Wesen von Reinhold steht ARBAprocessing für europäische Mess- und Verfahrenstechnik mit einem europäisch aufgestellten Vertrieb.
2002
Verleihung der Staufermedaille des Landes Baden-Württemberg
2000
Das Jahr 2000 bringt gleich zwei große Höhepunkte in Reinhold A. Barlians Leben.
Am 24. März 2000 wird er von Sozialminister Dr. Friedhelm Repnik mit dem Bundesverdienstkreuz am Band ausgezeichnet. Er erhält die Auszeichnung für seine unternehmerische Leistung und sein ehrenamtliches Engagement bei der Schaffung von zusätzlichen Arbeitsplätzen, insbesondere über den Firmenausbildungsverbund FABI e.V.
Nur sechs Wochen später heiratet Reinhold A. Barlian am 6. Mai 2000 Marianne. Das war für alle ein bewegender Tag! Es war eine wunderschöne Zeremonie im Schloss Weikersheim, für die Reinhold Bürgermeister Kornberger sehr dankt.
1996
1996 erfolgt dann die große, feierliche Einweihung des BARTEC Neubaus in Bad Mergentheim mit dem baden-württembergischen Ministerpräsidenten Erwin Teufel.

1995
Beginn des Neubaus der BARTEC in Bad Mergentheim.

1985-1995
Aufbau der BARTEC – Wachstum, Internationalisierung und Weiterbildung
Mit seiner Vision von Globalisierung und Internationalisierung sollte Reinhold wahrlich den richtigen Riecher Haben. Reinhold treibt in den Jahren 1985-1995 den Aufbau und die Internationalisierung der BARTEC voran. Hier steckt er seine ganze Energie und Begeisterung rein.
Während die BARTEC immer weiter wächst, muss Reinhold bei allem Erfolg lernen, wie schwierig es ist, ein solch großes Wachstum zu managen. Aus allen Höhen und Tiefen zieht Reinhold die Erkenntnis, dass man für alles, was man bewegt, die richtigen Partner und Netzwerke braucht. Schließlich ist die BARTEC Partner für Zulieferanten und Kunden.
Deshalb schließt er immer wieder aktive Bündnisse und geizt auch nicht damit, sein Wissen und seine Erfahrung
an Partner und vor allem die kommende Generation weiterzugeben. Durch seine Kindheit und Jugend, sowie auch durch die Zeit in der Verbindung „Kephallenia“ weiß er, wie wichtig es ist, die richtigen Partner und Verbindungen zu haben.
So sucht er beispielsweise Anfang der 80er Jahre den Schulterschluss mit anderen unternehmen aus dem Main-Tauber-Kreis und gründet die Ausbildungsoffensive „FABI e.V.“ – kurz für Firmenausbildungsverbund e.V. Main Tauber“ und den „PROMIT e.V.“, den Pro-Mittelstand e.V.. Denn er hat erkannt: Nur gemeinsam lässt sich viel für die einzelnen Unternehmen und die l.ndliche Region erreichen. Auch bei den Wirtschaftsjunioren und heute den Wirtschaftssenioren bringt sich Reinhold immer aktiv mit ein.
1986
Sehr verbunden fühlt sich Reinhold A. Barlian mit dem Rotary Club Bad Mergentheim.
Mit Rotary verbindet er den Wunsch und die Möglichkeit, Soziales gemeinsam fördern zu können, die Förderung von internationalen Jugend- und nachwuchsaustausch zu stärken und die berufliche Einbindung in der Vielfalt der Gesellschaft voranzutreiben.
In seinem unternehmerischen und privaten Handeln stellt er sich stets die rotarische Vier-Fragen-Probe:
1. Ist es wahr?
2. Ist es fair für alle Beteiligten?
3. Wird es Freundschaft und guten Willen fördern?
4. Wird es dem Wohl aller Beteiligten dienen?
1985
Nach bereits 10 Jahren ist Reinhold A. Barlian ein gefeierter
Unternehmer. Inzwischen beschäftigt er in der BARTEC über 400 Mitarbeiter.
1975
Aus EFG wird BARTEC
Reinhold A. Barlian hat aber keinesfalls vor ein Einzelunternehmer zu bleiben. Er tüftelt und werkelt. Von dem ersten Kundencheck für die Lieferung von 3.000 Sicherheitsschaltern stellt er seine ersten drei Angestellten ein.
Seine Vision: Produkte – Lösungen – Märkte
Er engagiert sich zu dieser Zeit bereits unter anderem in Gremien zur Normung wie bspw. DIN und VDE und hat damit den Blick auf und in die nächste Generation. Er sucht nach länderübergreifenden Lösungen und entwickelt innovative Produkte für mehr Sicherheit. Reinhold A. Barlian zählt damit definitiv zu den „Early Adopters“ und ist einer der ersten Unternehmer, der früh die Chancen des europäischen Marktes erkennt und sein Unternehmen in diese Richtung hin entwickelt. Er prägt zu dieser Zeit den Spruch: „Europa ist Inland.“
Und weil im europäischen Ausland niemand etwas mit dem Namen „EFG“ anfangen kann, entschließt er sich, einen international funktionierenden Unternehmensnamen zu suchen. In einer Nachtschicht entwickelt er in seinem Kellerbüro mit der Unterstützung einer Flasche köstlichen Tauberweins schließlich den
Markennamen „BARTEC“.
1975 – Das Jahr der Existenzgründung
1974 zeichnen sich Veränderungen bei seinem damaligen Arbeitgeber R. Stahl ab, die er nicht mittragen möchte und so zieht er mit seiner jungen Familie nach Bad Mergentheim und meldet am 17. Januar 1975 – seinem 33. Geburtstag – für 16,50 DM, also gerade mal 8 €, sein Gewerbe an und startet als „EFG – Einzelunternehmer“. EFG steht dabei für Elektro-Feinmechanik Geräte. Seine ersten Entwicklungen sind explosionsgeschützte Schalter, Regler und Klemmen. Eine kleine Familie von Komponenten für Apparatebau und Maschinen.
1965
Einstieg in den Beruf – vom einfachen Angestellten zum gefragten Fachingenieur und Manager
Nach dem Studium und den unterschiedlichen Praktika beginnt Reinhold A. Barlians Karriere in seiner ersten und letzten festen Anstellung bei der Firma R. Stahl in Künzelsau. Hier entwickelt er sich innerhalb von zehn Jahren von einem „einfachen“ Angestellten zu einem gefragten Manager.
1962-1965
Studium Maschinenbau Fachrichtung Kunststofftechnik an der Technischen Fachhochschule Esslingen/Stuttgart. Auch während seines Studiums engagierte er sich ehrenamtlich und setzt sich für seine Mitstudenten am ASTA, dem Allgemeinen Studentenausschuss, ein.
1958
Umzug in eine 2-Zimmer-Wohnung als Mitbewohner einer Arbeitskollegin der Mutter, welche eine Arbeit als Krankenschwester gefunden hatte.
1957
Lehre, Studium und Beruf an Fils, Neckar und Kocher
Ende der Schulzeit mit dem Hauptschulabschluss in Holzheim und Beginn einer Lehre als Maschinenbauer. Parallel zu seiner Lehre und der Berufsschule absolviert er sein technisches Abitur an der ersten technischen Oberschule in Baden-Württemberg in Stuttgart.
Nach seiner Lehre absolviert Reinhold viele Praktika und erlangt Zusatzqualifikationen als Modellschreiner für Gießereitechnik und als technischer Zeichner.
Aber nicht nur das Erlangen von Wissen und das Begreifen von gröeren Zusammenhängen reizt ihn. Immer wieder setzt er sich für die Belange seiner Mitschüler und die anderen Lehrlinge ein. So wurde er Jahrgangssprecher seines Lehrjahres und Sprecher der Berufsschule. Das Foto entstand während der Lehrzeit in der Montagegruppe „Drehmaschinen“.
1956
Reinhold baut sich im Alter von 14 Jahren aus Schrott und Einzelteilen mit kreativem Improvisationstalent, handwerklichem Geschick und technischem Verständnis sein erstes Fahrrad kurzerhand selbst.
1954
Von der Donau an Filz und Neckar – Die Auswanderung nach und durch Deutschland
Unter schwierigeren Umständen und aus persönlichen Beweggründen, nach Deutschland zurückzukehren, zog es die Mutter und den 12-jährigen Reinhold mit dem Zug über Zagreb und Villach nach Salzburg. Von Salzburg aus geht es erneut auf den Schienen nach Pidding bei Bad Reichenhall. Hier müssen Reinhold und seine Mutter zahlreiche Verhöre und Untersuchungen über sich ergehen lassen. Sie müssen beweisen, dass sie deutscher Abstammung sind. Schließlich erhalten sie hier ihre Ausweispapiere als Flüchtlinge.
Schließlich kamen Sie in einem Flüchtlingslager im Lager in Göppingen-Bodenfeld unter und hier teilen sich Reinhold A. Barlian und Mutter Magdalena mit acht weiteren Flüchtlingen ein Zimmer von 30 qm.
1944
In den Kriegswirren 1944 suchten viele Menschen die Flucht. Viele Donauschwaben kehrten zu dieser Zeit aus Sorge um Leib und Leben in ihre ursprüngliche Heimat zurück.
Die Familie seiner Mutter Magdalena Barlian, geborene Bachert, kam ursprünglich aus Donaueschingen. Die Familie seines Vaters Leopold kam aus Elsass-Lothringen. „Eingedeutscht“ wurde aus dem französischen „Berleón“ bald „Barlian“.
1942
Reinhold A. Barlian wurde 17. Januar 1942 in Semlin im Stadtteil Franztal geboren. Zu dieser Zeit lebten fast 10.000 Donauschwaben rund um die Nachbarstadt Belgrad.
Das Bild zeigt ihn mit seinen Eltern Magdalena und Leopold.